Pressemitteilungen - FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 25.10.2017:

Sportausschuss Lingen berät über Teilhaushalt 2018 — Diskussion über Ziele und Kennzahlen

Lingener Tagespost - Lokales vom 25.10.2017
Von Wilfried Roggendorf

Lingen. Der Teilhaushalt Sport der Stadt Lingen weist 2018 einen Zuschussbedarf von rund 1,69 Millionen Euro auf. Dies hat die Verwaltung im Sportausschuss mitgeteilt. Diskutiert wurde auf Antrag der SPD-Fraktion über Ziele und Kennzahlen.

Dabei entfallen auf die Sportförderung auf fremden, nicht städtischen Sportanlagen etwa 325.000 Euro und auf die Bereitstellung und den Betrieb eigener Sportanlagen circa 1,36 Millionen Euro. Wie Erster Stadtrat Stefan Altmeppen erläuterte, seien bei der Sportförderung der Zuschuss an die Sportvereine zur Nutzung des Sportbeckens im Linus (50.000 Euro), Zuschüsse für jugendliche Mitglieder (22.000 Euro), die Jugendförderung nach Übungsleiterlizenzen (27.200 Euro), und die Förderung des Sports für Menschen mit Behinderung (10.000 Euro) größere Einzelposten.

Beim Betrieb der elf Sportzentren und der nicht schulischen Turnhallen betragen die reinen Unterhaltungskosten durch die Stadt rund 225.000 Euro. Die Vereine sollen für die Unterhaltung der Sportzentren und Tennisplätze in eigener Verantwortung rund 215.000 Euro Zuschüsse erhalten. Für die Kostenerstattung an den städtischen Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft, unter anderem für die Bauunterhaltung und das Energiemanagement, sind etwa 475.000 Euro im Sporthaushalt 2018 eingeplant. Für den Personal- und Maschineneinsatz des Bauhofes bei der Pflege der Sportanlagen sind rund 316.000 Euro eingeplant.

Sandra Sollmann, Fachbereichsleiterin Schule und Sport, erläuterte gemäß einem Antrag der SPD-Fraktion die Ziele der Sportförderung. „Diese sind die Sicherstellung und Weiterentwicklung eines bedarfsgerechten Angebotes an Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport sowie die wirtschaftliche Betriebsführung der Sportanlagen.“ Als Kennzahlen, mit denen die Erreichung der Ziele gemessen werden könne, führte Sollmann den Zuschussbedarf und andererseits die Nutzungsstunden der städtischen Sporthallen an.

Damit gab sich SPD-Ratsherr Ralf Plaggenborg nicht zufrieden: „Das Ziel ‚bedarfsgerechtes Angebot‘ ist nicht messbar.“ Erst wenn man wisse, wie sich das Angebot in Relation zu den Mitgliederzahlen der Vereine entwickele, könne dieses Wissen als Steuerungsmittel genutzt werden. Ziele und Kennzahlen sollten so formuliert sein, dass sie der Politik als Steuerungsinstrument dienen könnten. „Es kann mir im Moment keiner sagen, ob wir die Vereine bestmöglichst fördern“, sagte Plaggenborg.

Hermann Gebbeken (CDU) sagte, man könne Ziele und Kennzahlen nicht eins zu eins aus der freien Wirtschaft auf die Stadt übertragen. Diese Ansicht vertrat auch Dirk Meyer (FDP): „Die Stadt muss keinen Gewinn erwirtschaften. Und wie soll man qualitative Dinge in Kennzahlen fassen?“ Michael Koop, Präsident des Kreisportbundes, erläuterte, Messlatte seien die Titel und Erfolge, von denen es in Lingen einige gebe. Damit stieß Koop, von Beruf Apotheker, auf den Widerstand des Bürgernahen Robert Koop. „Ich würde jemandem aus der Gesundheitswirtschaft widersprechen, dass nur Titel Ziel der Sportförderung sind“, sagte Koop. Im Sportausschuss müssten qualitative Ziele entwickelt werden. „Ziel der Sportförderung kann nicht nur die wirtschaftliche Betriebsführung oder ein bedarfsgerechtes Angebot sein“, sagte Koop.

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Kommentar von Wilfried Roggendorf:

Selbst Ziele bestimmen

Schon seit Jahren fordern die Lingener Sozialdemokraten in allen Haushaltsberatungen von der Verwaltung, klare Ziele und Kennzahlen als dazugehöriges Messinstrument zu formulieren.

Zwar ist dies seit Einführung der Dopik 2012 auch eine Aufgabe der Verwaltung. Doch wenn deren Zielformulierungen der SPD nicht genau genug sind, ist es wenig dienlich, nur darüber zu klagen. Selber Ziele zu formulieren und in die Diskussion einzubringen wäre konstruktiver. Doch wie schwierig das im Einzelfall ist, hat die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses gezeigt.
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