Pressemitteilungen - FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 06.09.2017:

Beschluss im Verkehrsausschuss - Kostenloses Parken für Elektroautos in Lingen

Lingener Tagespost - Lokales vom 06.09.2017

Lingen. Elektrofahrzeuge dürfen demnächst in Lingen maximal vier Stunden lang auf von der Stadt bewirtschafteten Parkplätzen kostenlos parken. Dies hat der Verkehrsausschuss der Stadt Lingen in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Nach zwei Jahren soll diese Maßnahme ausgewertet werden.

Die SPD-Fraktion hatte den Antrag eingebracht, dass Elektrofahrzeuge unbegrenzt kostenlos auf städtischen Parkplätzen parken dürfen. Zudem sollten Parkplätze mit kompatiblen Ladesäulen ausgestattet werden. Dieser Antrag wurde von der CDU so nicht mitgetragen. „Dies sollte nur für die oberirdischen städtischen Parkplätze mit einer maximalen Parkdauer von vier Stunden sowie nur für reine Elektrofahrzeuge und nicht für Hybridautos gelten“, erklärte CDU-Ratsherr Thomas Wilbers. Zudem solle ein entsprechender Beschluss nach zwei Jahren evaluiert werden. „Wir unterstützen die Förderung der Elektromobilität im notwendigen Maße. Es soll aber nicht dazu kommen, dass solche Parkplätze von Dauerparkern genutzt werden“, ergänzte Karl-Heinz Schwarz die Haltung der Christdemokraten.

41 Elektroautos in Lingen

Erster Stadtrat Stefan Altmeppen schlug ebenfalls vor, sich an der Höchstparkdauer auf den städtischen Parkplätzen zu orientieren. Er wies darauf hin, dass es am Pferdemarkt und bei den Stadtwerken schon zwei nur gering genutzte Ladestationen für Elektroautos gebe. „Die Stadtwerke haben einen Antrag gestellt, vier weitere mit jeweils zwei Ladepunkten aufstellen zu können“, erklärte Altmeppen. In Lingen seien aktuell 41 der insgesamt 31.000 Fahrzeuge Elektroautos.

Kritik an Antrag von Liberalem

Dirk Meyer (FDP) äußerte sich kritisch: „Nur weil etwas modern ist, muss das nicht richtig sein.“ Der Liberale wies mit Blick auf die Emissionen bei der Stromproduktion darauf hin, dass die Ökobilanz zwischen einem Elektro- und einem Dieselfahrzeug bis zu einer Fahrleistung von 100.000 Kilometern nahezu gleich sei. Zudem würden bei der Produktion der Batterien Ressourcen verbraucht, beispielsweise Feinerden, die im Kongo von Kindern abgebaut würden. Meyer erklärte zunächst, den Antrag der SPD abzulehnen, auch, weil durch eine Förderung der höherpreisigen Elektrofahrzeuge Leute subventioniert würden, die sowieso bessergestellt seien. Elektromobilität würde von anderer Seite schon mehr als genug gefördert.

Neues Instrument zur Förderung der Elektromobilität

Ralf Plaggenborg (SPD) verteidigte den Antrag seiner Fraktion: „Die Haltung der CDU knüpft daran an, dass sich Deutschland schwer damit tut, Elektromobilität zu fördern“, sagte er. In skandinavischen Städten betrage der Anteil von Elektroautos bis zu 60 Prozent. „Unser Antrag ist ein erster Denkanstoß. Uns geht es darum, dass Elektroautos auf ganz normalen Parkplätzen kostenlos parken dürfen“, erklärte Plaggenborg. Dies sei ein neues Instrument in Lingen, um Elektromobilität zu fördern.
Einstimmiger Beschluss

Ibrahim Hassan (Grüne) begrüßte den Antrag der SPD, schlug jedoch vor, die Abstimmung zu verschieben, um in der nächsten Sitzung des Verkehrsausschusses einen Kompromiss zu finden. Nachdem Ausschussvorsitzender Marc Riße (Bürgernahe) der SPD eine Sitzungsunterbrechung anbot, um über diesen Vorschlag nachzudenken, stimmten die Mitglieder des Verkehrsausschusses dann doch einstimmig dem Vorschlag von Verwaltung und CDU zu. Erster Stadtrat Altmeppen erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass dieser Beschluss noch vor Ende des Jahres umgesetzt werden könnte.

Wirtschaftsbetriebe wollen 2018 weitere Ladesäulen in Lingen und Lohne aufstellen

Wie eine Sprecherin der Wirtschaftsbetriebe Lingen auf Nachfrage mitteilte, sei es in den von ihrem Unternehmen bewirtschafteten Parkgaragen zeitnah nicht geplant, Elektroautos kostenlos parken zu lassen. Zunächst solle dort die notwendige Infrastruktur für Ladesäulen geschaffen werden. 2018 sei vorgesehen, jeweils in der Nähe des Linus, der Emslandarena, des Bonifatius-Hospitals und des Rathauses sowie in Lohne Ladesäulen aufzustellen.
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