Aktuelles - FDP Emsland-Süd

Krone sieht Sozialstruktur verbessert - „Lingen-Pass“ beschlossen

Lingener Tagespost - Lokales vom 30.10.2017

Der „Lingen-Pass“ wird zum 1. Januar 2018 eingeführt. Einen entsprechenden Beschluss hat der Rat der Stadt Lingen in seiner letzten Sitzung einstimmig beschlossen.

Von Thomas Pertz

Lingen. Wie berichtet, ergänzt der Pass das seit Langem bestehende familienpolitische Programm der Stadt Lingen um ein Sozialprogramm für einkommensschwache Personen. Die Initiative dazu war von zwei Lingener Bürgern, Christian Weinstock und Ralf Czogalla, ausgegangen.

In der Sitzung des Rates betonte Oberbürgermeister Dieter Krone, dass die Einführung des Lingen-Passes ebenso wie die Gründung der Wohnungsbaugenossenschaft (wir berichteten) die Sozialstruktur der Stadt nachhaltig verbessern werde. „Wir als Rat sagen, dass uns Menschen mit geringem Einkommen nicht gleichgültig sind“.

Krone erinnerte an das Gespräch mit Czogalla und Weinstock Anfang des Jahres und deren Ankündigung, notfalls ein Bürgerbegehren zur Umsetzung ihrer Forderung auf den Weg zu bringen. Er habe ihnen damals gesagt, „dass wir das hinkriegen. Heute können wir sagen: Als Rat der Stadt Lingen folgen wir dem Ansinnen sehr gern.“

Der Oberbürgermeister sprach allen daran Beteiligten seinen Dank aus, vor allem Sozialdezernentin Monika Schwegmann und Fachbereichsleiter Frank Botterschulte. Zu den Vergünstigungen wird im Übrigen auch die Benutzung des LiLi-Busses gehören, hieß es seitens der Verwaltung. Das war Anfang letzter Woche in der Sitzung des Sozialausschusses noch offen gewesen.

„Wichtiger Schritt“

Für die FDP-Fraktion begrüßte es Jens Beeck, dass die Stadt Lingen hinsichtlich der Teilhabe von Bürgern einen weiteren Akzent setze. Dass die Karte gleichzeitig eine Bedürftigkeit seines Besitzers dokumentiert, bezeichnete Beeck allerdings als Nachteil. Einen Ausweis, bei dem nicht ersichtlich wird, dass der Besitzer Vergünstigungen bekommt, hielt er für besser.

Grünen-Ratsherr Michael Fuest begrüßte die Entscheidung als wichtigen Schritt, ebenso Martina Lippert (SPD).

Zu Beginn der Ratssitzung hatten Ratsvorsitzender Werner Hartke und Oberbürgermeister Dieter Krone den gerade gewählten Bundes- und Landtagsabgeordneten Beeck und Christian Fühner (CDU) zu ihrem Einzug ins Parlament gratuliert.

Breite Mehrheit im Rat für Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft - FDP dagegen

Lingener Tagespost - Lokales vom 28.10.2017

Lingen. Mit den Stimmen von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgernahen hat der Lingener Stadtrat am Donnerstagabend die Gründung einer Wohnungsbaugenossenschaft beschlossen. Dagegen stimmte die FDP.

Die Gründungsversammlung für die „Lingener Wohnbau eG“ – das „eG“ steht für „eingetragene Genossenschaft“ – soll im November erfolgen. Erst wenn alle Formalien abgearbeitet sind, ist es möglich, Anteile zu erwerben (siehe auch den weiteren Bericht auf dieser Seite).

Oberbürgermeister Dieter Krone verwies auf die zeitaufwendige Diskussion über die Frage, mit welchem Instrumentarium die Stadt Lingen Wohnraum für Bürger mit schmalem Geldbeutel bereitstellen könne. Er sei sehr froh darüber, dass nun eine Lösung gefunden worden sei, die dazu beitragen könne, die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt zu entzerren und die „soziale Balance“ in der Stadt zu bewahren.

CDU-Fraktionsvorsitzender Uwe Hilling hob hervor, dass die Schaffung günstigen Wohnraums zur Daseinsvorsorge der Stadt gehöre. Die CDU-Fraktion habe sich zunächst auf eine Wohnungsbaugesellschaft als die Form fokussiert, mit der die Ziele umgesetzt werden können. Sie könne der Genossenschaftsform aber zustimmen, da unter anderem die Mitsprachemöglichkeiten der Stadt gewahrt bleiben würden. Außerdem begrüße es die CDU sehr, dass sich auch andere wichtige Akteure der Stadt an der Wohnbau eG beteiligen würden.

Von einem „Meilenstein“ sprach SPD-Fraktionsvorsitzender Bernhard Bendick, der insbesondere Stadtbaurat Lothar Schreinemacher für die umfangreichen Vorarbeiten lobte. Der Stadtbaurat und Stadtkämmerin Monika Schwegmann sollen zu Vorständen der Genossenschaft bestellt werden. Wohnen sei ein Grundbedürfnis, betonte Bendick. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass jemand die Stadt verlassen müsse, um anderswo günstiger wohnen zu können.

„Was lange währt, wird hoffentlich gut“, meinte Grünen-Fraktionsvorsitzender Michael Fuest. Es habe sehr lange gedauert, bis sich die CDU bewegt habe, verwies Fuest auf die Debatten über die Frage, ob eine Wohnungsbaugesellschaft oder -genossenschaft das richtige Instrument ist. Es sei nun ein wichtiger Schritt getan, um Menschen mit geringerem Einkommen bezahlbaren Wohnraum zu ermöglichen.

FDP-Fraktionsvorsitzender Jens Beeck hob hervor, dass sich alle Parteien in dem Ziel einig seien, beim Thema ‚Bezahlbarer Wohnraum‘ mehr zu tun. Die FDP blieb aber bei ihrer Kritik an der nun getroffenen Lösung und betonte, dass die Stadt auch ohne den Umweg einer Genossenschaft Wohnraum schaffen könnte.

Dagegen freute sich BN-Fraktionsvorsitzender Robert Koop über die Entscheidung. Die BN hätten das Genossenschaftsmodell stets favorisiert. Koop dankte der CDU, dass sie ihre Bedenken gegenüber dem Genossenschaftsmodell zurückgezogen hat.

Wahlnachlese der FDP Emsland-Süd

Der Vorstand des FDP Ortsverbandes Emsland-Süd gemeinsam mit Wahlkampfhelfer
Der Vorstand des FDP Ortsverbandes Emsland-Süd gemeinsam mit Wahlkampfhelfer
Lingen. Bereits kurz nach der Bundes- und Landtagswahl haben sich die Vorstandsmitglieder der FDP Emsland-Süd gemeinsam mit den Wahlkampfhelfern getroffen. Neben der Nachlese und der Analyse des Ergebnisses, galt es doch, dem Vorsitzenden Jens Beeck für seinen Einzug in den Deutschen Bundestag zu gratulieren.

Dank seines guten Listenplatzes 2 auf der Landesliste der FDP Niedersachsen, ist auch der Vorsitzende des Ortsverbandes FDP Emsland-Süd Jens Beeck, in den Deutschen Bundestag eingezogen. Jens Beeck gab erste Eindrücke von der neuen FDP-Bundestagsfraktion in Berlin. Auffällig sei das sehr gute und freundschaftliche Klima in der neuen Fraktion, das den Start in Berlin deutlich erleichtere. Gerade bei den sehr schwierigen Verhandlungen einer möglichen Regierungsbildung mit CDU/CSU und den Grünen sei dies eine wichtige Grundlage.

Mit den Ergebnissen der Freien Demokraten bei der Bundestags- und der Landtagswahl waren die Teilnehmer weitgehend zufrieden. Insbesondere die hohen Erststimmenanteile aller Kandidaten mache deutlich, dass die Freien Demokraten mit den richtigen Personen in den Wahlkampf gezogen seien. „Mein besonderer Dank gilt den Kandidaten und vielen Helfern bei diesen Wahlen. Nur ein Jahr nach der Kommunalwahl die Kampagnen zur Bundestags- und Landtagswahl zu meistern hat die Leistungsfähigkeit der Partei in jeder Hinsicht mehr als ausgeschöpft, “ so Beeck. Hier gelte es in den nächsten Jahren noch mehr Menschen für die aktive Mitarbeit zu gewinnen.

Sportausschuss Lingen berät über Teilhaushalt 2018 — Diskussion über Ziele und Kennzahlen

Lingener Tagespost - Lokales vom 25.10.2017
Von Wilfried Roggendorf

Lingen. Der Teilhaushalt Sport der Stadt Lingen weist 2018 einen Zuschussbedarf von rund 1,69 Millionen Euro auf. Dies hat die Verwaltung im Sportausschuss mitgeteilt. Diskutiert wurde auf Antrag der SPD-Fraktion über Ziele und Kennzahlen.

Dabei entfallen auf die Sportförderung auf fremden, nicht städtischen Sportanlagen etwa 325.000 Euro und auf die Bereitstellung und den Betrieb eigener Sportanlagen circa 1,36 Millionen Euro. Wie Erster Stadtrat Stefan Altmeppen erläuterte, seien bei der Sportförderung der Zuschuss an die Sportvereine zur Nutzung des Sportbeckens im Linus (50.000 Euro), Zuschüsse für jugendliche Mitglieder (22.000 Euro), die Jugendförderung nach Übungsleiterlizenzen (27.200 Euro), und die Förderung des Sports für Menschen mit Behinderung (10.000 Euro) größere Einzelposten.

Beim Betrieb der elf Sportzentren und der nicht schulischen Turnhallen betragen die reinen Unterhaltungskosten durch die Stadt rund 225.000 Euro. Die Vereine sollen für die Unterhaltung der Sportzentren und Tennisplätze in eigener Verantwortung rund 215.000 Euro Zuschüsse erhalten. Für die Kostenerstattung an den städtischen Eigenbetrieb Zentrale Gebäudewirtschaft, unter anderem für die Bauunterhaltung und das Energiemanagement, sind etwa 475.000 Euro im Sporthaushalt 2018 eingeplant. Für den Personal- und Maschineneinsatz des Bauhofes bei der Pflege der Sportanlagen sind rund 316.000 Euro eingeplant.

Sandra Sollmann, Fachbereichsleiterin Schule und Sport, erläuterte gemäß einem Antrag der SPD-Fraktion die Ziele der Sportförderung. „Diese sind die Sicherstellung und Weiterentwicklung eines bedarfsgerechten Angebotes an Sportanlagen für den Schul- und Vereinssport sowie die wirtschaftliche Betriebsführung der Sportanlagen.“ Als Kennzahlen, mit denen die Erreichung der Ziele gemessen werden könne, führte Sollmann den Zuschussbedarf und andererseits die Nutzungsstunden der städtischen Sporthallen an.

Damit gab sich SPD-Ratsherr Ralf Plaggenborg nicht zufrieden: „Das Ziel ‚bedarfsgerechtes Angebot‘ ist nicht messbar.“ Erst wenn man wisse, wie sich das Angebot in Relation zu den Mitgliederzahlen der Vereine entwickele, könne dieses Wissen als Steuerungsmittel genutzt werden. Ziele und Kennzahlen sollten so formuliert sein, dass sie der Politik als Steuerungsinstrument dienen könnten. „Es kann mir im Moment keiner sagen, ob wir die Vereine bestmöglichst fördern“, sagte Plaggenborg.

Hermann Gebbeken (CDU) sagte, man könne Ziele und Kennzahlen nicht eins zu eins aus der freien Wirtschaft auf die Stadt übertragen. Diese Ansicht vertrat auch Dirk Meyer (FDP): „Die Stadt muss keinen Gewinn erwirtschaften. Und wie soll man qualitative Dinge in Kennzahlen fassen?“ Michael Koop, Präsident des Kreisportbundes, erläuterte, Messlatte seien die Titel und Erfolge, von denen es in Lingen einige gebe. Damit stieß Koop, von Beruf Apotheker, auf den Widerstand des Bürgernahen Robert Koop. „Ich würde jemandem aus der Gesundheitswirtschaft widersprechen, dass nur Titel Ziel der Sportförderung sind“, sagte Koop. Im Sportausschuss müssten qualitative Ziele entwickelt werden. „Ziel der Sportförderung kann nicht nur die wirtschaftliche Betriebsführung oder ein bedarfsgerechtes Angebot sein“, sagte Koop.

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Kommentar von Wilfried Roggendorf:

Selbst Ziele bestimmen

Schon seit Jahren fordern die Lingener Sozialdemokraten in allen Haushaltsberatungen von der Verwaltung, klare Ziele und Kennzahlen als dazugehöriges Messinstrument zu formulieren.

Zwar ist dies seit Einführung der Dopik 2012 auch eine Aufgabe der Verwaltung. Doch wenn deren Zielformulierungen der SPD nicht genau genug sind, ist es wenig dienlich, nur darüber zu klagen. Selber Ziele zu formulieren und in die Diskussion einzubringen wäre konstruktiver. Doch wie schwierig das im Einzelfall ist, hat die Diskussion in der jüngsten Sitzung des Sportausschusses gezeigt.

Immer weniger niedrigschwellige Angebote - Sozialverbände machen in Lingen auf Armut aufmerksam

Text und Foto: Christiane Adam
Text und Foto: Christiane Adam
Lingener Tagespost - Lokales vom 20.10.2017

Lingen. Warme Socken kann sich doch jeder leisten, oder? Einen Stand unter diesem Motto und mit selbstgestrickten Socken haben am 18. Oktober 2017 Mitarbeiterinnen der drei katholischen sozialen Verbände am Rande des Lingener Wochenmarktes aufgestellt.

Die Geschäftsführer der Verbände Hermann-Josef Schmeinck (SKM), Marita Theilen (SKF) und Marcus Drees (Caritas) hatten Vertreter aus Politik und Kirche zu einem Austausch dazu gebeten. Monika Schwegmann, Dezernentin der Stadt Lingen für Jugendhilfe, Arbeit und Soziales, der neugewählte FDP-Bundestagsabgeordnete Jens Beeck sowie Dekanatsreferent Holger Berentzen als Vertreter der katholischen Kirche sind der Einladung gefolgt.

Acht Prozent der Kinder im Emsland von Armut betroffen

„Trotz guter Zahlen und Prognosen im Emsland sind acht Prozent von Armut betroffene Kinder noch zu viel“, berichtete Theilen vom SKF. „Auch ist das Risiko für Frauen durch Erziehungszeiten und Geringverdienst zu verarmen, hoch. Mit diesem Aktionsstand möchten wir heute auf diese und alle anderen von Armut betroffenen oder bedrohten Menschen hinweisen.“

Wohnungsnot treibt Menschen um

Schmeinck vom SKM erläuterte: „Armut ist mehr als die Abwesenheit von Geld. Arm sein bedeutet, man kann nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und man ist öfter krank.“ Caritasvertreter Drees ergänzte: „Strukturelle Fragen, insbesondere die Wohnungsnot, treiben nicht nur die Menschen in Ballungsgebieten um, sondern immer mehr auch hier im Emsland.“

Wohnungsbau und Teilhabe

Die Stadt Lingen habe das Problem erkannt und beschäftige sich mit dem Thema sozialer Wohnungsbau. Auch habe die Stadt ein Bildungs- und Teilhabepaket für Jugendliche bis zu 18 Jahren geschnürt, erklärte Schwegmann. „Man muss aber darüber wissen“, schränkte sie ein.

Mit- und nicht gegeinander

Beeck, Geschäftsführer der Aids-Hilfe Emsland und Vorstandsmitglied im Seniorenverein Gelingen, bescheinigte weitgehende Einigkeit innerhalb der städtischen Einrichtungen, was den Bedarf der Menschen betrifft. „Trotz mancher Überschneidung unserer Klientel arbeiten die vielen Vereine in der Stadt immer mit- und nicht gegeneinander. Was aber zusehends fehlt, sind niedrigschwellige Angebote“, betonte er.

Leute kommen einfach rein

Sabine Bröker, beim SKM in der allgemeinen sozialen Beratung tätig und ihre Kollegin Brigitte Hellen mit derselben Tätigkeit beim SKF können dies aus ihrem Berufsalltag als zutreffend beschreiben. „Die Leute entscheiden oft ganz kurzfristig, sich Hilfe zu holen. Auch, wenn nicht gleich alles gelöst werden kann, ist dann schon mal etwas ins Rollen gebracht worden“, schildert Bröker. „Es ist unser Alltag, dass die Leute einfach reinkommen und es einfach so losbrodelt, zum Beispiel:Ich lasse mich scheiden, und wovon soll ich denn jetzt leben“, beschreibt Hellen.

Überbordende Bürokratie

„Bei jeder dritten Anfrage geht es inzwischen um bezahlbaren Wohnraum“, bekräftigt Bröker die von Drees angesprochenen Überlegungen. Auch der Abbau überbordender Bürokratie gehört für Beeck dazu, wenn es um die Beseitigung von Hindernissen bei der Hilfe für Betroffene geht. „Selbst ich als Anwalt weiß gar nicht mehr, wem was zusteht“, beklagt er die undurchschaubaren Vorschriften.

Raumsuche scheitert an Mieten

Berentzen ist Ansprechpartner für das Projekt „Kirche leben in Lingen“, das seit April als Teil des Netzwerkes Citykirchenprojekte besteht. „Ich suche jetzt ein Ladenlokal in der Stadt, um Menschen einen Anlaufpunkt zu bieten. Hier sollen Fragende einfach Unterstützung finden, ohne sich outen zu müssen“, erläutert er. Bislang scheitere es allerdings an den Mietpreisen. „Im Moment ist das Projekt noch in einem Raum im Turm der Kirche St. Bonifatius“, allerdings empfinde er dies auch eher als Hemmnis.

Stadt Lingen erneuert mehrere Spielplätze

Lingener Tagespost - Lokales vom 27.09.2017
Von Wilfried Roggendorf

Wilhelmshöhe bekommt ein besonderes Spielgerät im Oktober – Mehr als 100000 Euro für Unterhaltung

Mehr als 100000 Euro hat die Stadt Lingen 2016 für die Unterhaltung ihrer Spielplätze ausgegeben. In neue Geräte wurde nochmals der gleiche Betrag investiert. Dies hat Erster Stadtrat Stefan Altmeppen in der jüngsten Sitzung des Beirates Spielräume mitgeteilt.


Lingen. Neben wöchentlichen visuellen Kontrollen führt die Firma Reholand jährlich eine Hauptkontrolle durch zertifizierte Prüfer durch. Deren Vertreter erklärten, dass akut abgängige Geräte kurzfristig abgebaut würden. Viele der Lingener Spielplätze seien zwischen 14 und 17 Jahre alt, und das Ende der Lebensdauer vieler Geräte sei erreicht. Dies gelte grundsätzlich für alle Plätze.

Silke Hüter, in der Verwaltung für Spielräume zuständig, erläuterte, welche Maßnahmen die Stadt im Jahr 2016 getroffen habe. „Wir haben den Spielplatz Weser-/ Mainstraße für 35000 Euro saniert“, erklärte Hüter. Dabei seien teilweise gebrauchte Geräte verwendet worden. Gemeinsam von Stadt und Kirchengemeinde finanziert, sei zudem der Spielplatz an der Kita St. Alexander in Schepsdorf erneuert worden. Dieser ist auch außerhalb der Kita-Zeiten zugängig.

Neben vielen weiteren kleineren Maßnahmen sei im Emsauenpark der „Playground Schaukeln und Bewegung“ fertiggestellt worden. Marc Riße (Bürgernahe) kritisierte, dass die Geräte dort überwiegend nur von Kindern ohne Behinderung genutzt werden könnten.

Hüter verwies auf die hohen Kosten für behindertengerechte Spielgeräte. „Wenn man die Hälfte des Budgets für ein Gerät ausgibt, wird man allen anderen Kindern nicht mehr gerecht“, sagte sie. Zudem sei ein Karussell dort mit dem Rollstuhl befahrbar.

Altmeppen gab zu, dass die Stadt mehr machen könne. „Aber der Playground ist schon weit besser als der Standard“, erklärte der Erste Stadtrat. Beiratsvorsitzender Björn Roth (CDU) schlug vor, sich nach Zuschussmöglichkeiten für die Beschaffung behindertengerechter Spielgeräte zu erkundigen.

2017 sei geplant, den Bolzplatz am Dieksee mit vernünftigen Toren, einem Ballfangzaun und Sitzgelegenheiten zu versehen. Der Ortsrat Laxten übernehme die Hälfte der Kosten. Der Ortsrat Brögbern wolle sich den Kosten für eine Sanierung des Spielplatzes am Himbeerenweg beteiligen. Am Pirschweg in Altenlingen würden die Wasserspielanlage saniert, die Pumpe erneuert, eine gebrauchte Rutsche, ein neues Podest und ein Sandspielgerät installiert. Die Gesamtkosten dieser Maßnahme betragen 14000 Euro. Im Emsauenpark sollen an den „Playgrounds“ weitere Sitzmöglichkeiten geschaffen werden.

„Ein besonderes Highlight wird im Oktober im Park an der Wilhelmshöhe aufgestellt“, kündigte Hüter ein „Hypar Net“ genanntes Spielgerät an. Die Anschaffung kostet 28000 Euro und sei mit dem Kinder- und Jugendparlament abgesprochen. Mit den Leuten, die im Park an der Wilhelmshöhe „gerne einmal ihr Bierchen trinken würden“, habe die Verwaltung gesprochen. „Die wollen demnächst woanders hingehen“, versicherte Hüter. Roth regte an, dass die Neugestaltung des Spielplatzes an der Wilhelmshöhe aus Restmitteln der allgemeinen Umgestaltung des Parks finanziert werden sollte. „Da waren Spielgeräte vorgesehen“, betonte der Christdemokrat.

Altmeppen erklärte, für den Haushalt 2018 seien 52000 Euro und 2019 dann wieder 104000 Euro zur Neuanschaffung von Spielgeräten angemeldet. FDP-Ratsherr Jens Beeck erkundigte sich bei Altmeppen, ob es für die Neuanschaffung eine Prioritätenliste gebe. Riße wollte diese Liste sehen. „Wir kürzen 2018 im Vergleich zu diesem Jahr um 50000 Euro. Was ist, wenn wir im April 2018 sehen, dass wir mit dem Geld nicht hinkommen?“, fragte der Bürgernahe.

Jens Beeck ist geerdet

Lingener Tagespost - Lokales vom 25.09.2017
Kommentar von Thomas Pertz

Viele Gratulanten bei der Wahlparty in Lingen
Viele Gratulanten bei der Wahlparty in Lingen
Mit Jens Beeck wird der Wahlkreis Mittelems im Allgemeinen und die Region Lingen im Besonderen eine starke zusätzliche Stimme im Bundestag haben. Eine emsländische Stimme noch dazu. Dass die Freien Demokraten, für die der Lingener angetreten ist, noch hinter der AfD lediglich viertstärkste Fraktion im neuen Bundestag geworden sind, schmälert Beecks Erfolg nicht. Seinen starken Listenplatz 2 in der niedersächsischen FDP, der ihm den Einzug in den Bundestag ermöglichte, hat er sich in den vergangenen Jahren hart erarbeitet.

Wer ihn und seine kommunalpolitische Arbeit vor Ort näher kennt, der traut ihm zu, dass er sich in der kommenden Legislaturperiode auch in Berlin Gehör verschaffen wird. Der Jurist hat insbesondere durch seine inzwischen 26-jährige Arbeit im Lingener Stadtrat, aber auch auf Kreisebene bewiesen, dass er sich in komplexe Fragestellungen einarbeiten kann – und seine Schlussfolgerungen daraus auch rhetorisch brillant weiterzugeben weiß.

Das mag mitunter etwas belehrend klingen, nie aber verletzend. Beeck ist außerdem geerdet. Das Ratsmandat für die FDP in Lingen will er behalten. Sein starkes soziales Engagement in Vereinen und Verbänden ist ein Beleg dafür, dass er bestimmte Themenfelder nicht nur vom Hörensagen her kennt. Dies alles sind nicht die schlechtesten Voraussetzungen für seine künftige politische Arbeit auf Bundesebene und im Wahlkreis Mittelems.

Die FDP ist drin – und Jens Beeck auch

Viele Gratulanten bei der Wahlparty in Lingen
Viele Gratulanten bei der Wahlparty in Lingen
Mit dem Einzug der Freien Demokraten in den Bundestag hat es auch der Lingener Rechtsanwalt geschafft.

Lingener Tagespost - Lokales vom 25.09.2017
Von Thomas Pertz

Lingen. Der 48-Jährige, auf Platz 2 der Landesliste Niedersachsens, ist neben Albert Stegemann (CDU) und Daniela De Ridder (SPD) der dritte Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Mittelems – und der einzige Emsländer in diesem Trio.

Beeck hatte den Sonntagabend mit Parteifreunden in der Gaststätte Klaas an der Frerener Straße verbracht, wo kurz nach 18 Uhr die Prognose der TV-Sender den Wiedereinzug der Liberalen in den Bundestag verkündeten. 2013 waren sie noch an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert.

Der Lingener ist seit 1991 für die FDP im Stadtrat aktiv. Als 22-Jähriger war er damals jüngstes Ratsmitglied. Von 2006 bis 2011 übernahm er auch den Fraktionsvorsitz der FDP im Kreistag des Landkreises Emsland. Mit dem Vorsitz der Vereinigung Liberaler Kommunalpolitiker in Niedersachsen kam im Jahre 2014 ein weiteres Amt hinzu.

Entbürokratisierung, Digitalisierung und Bildung sind die Politikfelder, auf die sich Beeck in der kommenden Legislaturperiode konzentrieren will. Erste Gedanken dazu kann er sich an diesem Montag ab sechs Uhr morgens im Zug nach Berlin machen. „Um 11 Uhr tagen bereits der Bundesvorstand und die neue Fraktion der FDP im Bundestag“, sagte Beeck am Sonntagabend.

Viele Gratulanten

Zahlreiche Parteifreunde hatten ihm in der Gaststätte gratuliert. Er selbst gab den Dank für die große Unterstützung in den vergangenen Wochen zurück. „Wenn uns vor zweieinhalb Jahren jemand angeboten hätte, dass die FDP 2017 mit 5,2 Prozent in den Bundestag kommt, hätte ich eingeschlagen“, sagte Beeck. Jetzt haben wir doppelt so viel, das freut uns sehr“, unterstrich der frisch gewählte Bundestagsabgeordnete unter dem Beifall seiner Parteifreunde. Darunter waren mit Ingrid Hermes und Anna Matern-Bandt auch Wegbegleiter in den sozialen Ehrenämtern, die Beeck bekleidet: Aidshilfe, Tierschutzverein, Hospizverein und der Seniorenverein „Gelingen“ sind Beispiele. Die will er auch in neuer Funktion als Abgeordneter in Berlin nicht aus den Augen verlieren, ebenso wenig wie sein Mandat im Lingener Stadtrat.

Mit politischen Versprechen hielt sich der Lingener am Sonntagabend zurück. Solche Versprechungen, die dann nicht gehalten worden seien, hätten vor vier Jahren dazu geführt, dass die FDP nicht wieder in den Bundestag eingezogen sei. Dies dürfe nicht noch einmal passieren. Entsprechend ausweichend antwortete Beeck auch auf die Frage, ob er sich eine „Jamaika-Koalition“ im Bund, bestehend aus CDU/CSU, FDP und Bündnis 90/Die Grünen, vorstellen könne. „Ich kann mir heute nur vorstellen, dass wir allen Grund zum Feiern haben“, meinte Beeck schlagfertig und mit verschmitztem Lächeln.

Zum Lachen zumute war wenige Kilometer weiter im Konrad-Adenauer-Haus der CDU niemandem so recht. Die Christdemokraten hatten bei der Bundestagswahl ein Debakel erlebt, Ratlosigkeit kennzeichnete die Gesichter im Saal. Eine ordentliche Portion Ketchup hatte Christian Fühner zum Schnitzel auf den Teller gedrückt. Ansonsten hatte Fühner, der in drei Wochen als Nachfolger von Heinz Rolfes in den Landtag einziehen will, mit der Farbe Rot nichts am Hut. „Ich finde es nicht gut, dass die SPD nur wenige Minuten nach den ersten Ergebnissen sagt, dass sie eine Regierungsbeteiligung ausschließt“, sagte der Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes.

Um 20 Uhr brandete dann Beifall auf, die Stimmung besserte sich. Albert Stegemann, der sein Direktmandat im Wahlkreis verteidigte und ein besseres Ergebnis erzielte als die CDU bei den Zweitstimmen, dankte allen für die Unterstützung im Wahlkampf. Erleichtert äußerte er sich darüber, dass die AfD im Wahlkreis deutlich schlechter abgeschnitten hatte als auf Bundesebene. „Darauf können wir stolz sein; wir haben hier eine funktionierende Sozialstruktur“, betonte Stegemann.

Ein langer Atem ist unerlässlich - Perspektiven für 14-jährige Schulverweigerer und Menschen über 60

Lingener Tagespost - Lokales vom 22.09.2017

Eine Werkhalle des gemeinnützigen sozialen Wirtschaftsbetriebs Reholand ist Sitzungsort des Ausschusses für Familie, Soziales und Integration des Stadtrates Lingen gewesen. Auf dem Greiwehof in Darme wurden Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekte vorgestellt.

Von Thomas Pertz

Lingen. Zielgruppe sind Menschen mit besonderen sozialen Problemen oder anderen Hemmnissen, die eine Aufnahme in den Arbeitsmarkt erschweren. Wie Geschäftsführer Alfons Hennekes erläuterte, sind aktuell 190 Arbeitnehmer bei Reholand beschäftigt. Davon gehören 67 zum Stammpersonal. Die anderen verteilen sich auf unterschiedliche Qualifizierungsmaßnahmen, Betreuungsformen und Beschäftigungsprojekte, mit denen verschiedene Ziele verknüpft sind. Die Stabilisierung der Persönlichkeit gehört ebenso dazu wie eine Vorbereitung auf ein Arbeits- oder Ausbildungsverhältnis.

Was das im Einzelnen für einen Aufwand bedeutet, machten Hennekes und sein Kollege, Sozialpädagoge Stefan Käser, bei der Beschreibung ihrer Arbeit mit straffällig gewordenen jungen Menschen, Flüchtlingen und Schülern deutlich. Drei von ihnen sind gerade 14 Jahre alt und Schulverweigerer. „Unzuverlässig, arbeitsentwöhnt, fehlende Tagesstruktur“, fasste Hennekes Problemlagen zusammen.

Der soziale Wirtschaftsbetrieb bietet verschiedene Möglichkeiten an, eine davon ist die Jugendwerkstatt. Aber auch freizeitpädagogische Maßnahmen gehören dazu. Stefan Käser berichtete über eine Gruppe, die sich gemeinsam mit SKM-Mitarbeiter Georg Albers auf den Berlin-Marathon für Skater am kommenden Samstag vorbereitet. „So eine Aktion stärkt das Selbstbewusstsein“, betonte der Sozialpädagoge.

Käser und Hennekes verwiesen darauf, dass aufgrund der erheblichen persönlichen Defizite einzelner Teilnehmer an den Maßnahmen Rückschläge nicht ausbleiben würden, aber auch Erfolge zu verzeichnen seien wie die Aufnahme in ein festes Arbeitsverhältnis oder der Beginn einer Ausbildung. Erforderlich sei ein langer Atem. „Wir sind dankbar, dass Sie diese Arbeit machen“, würdigte Jens Beeck diesen Einsatz.

Dass sich dieser über alle Altersgruppen erstreckt, machte Hennekes am Beispiel des Projekts „Weiterbeschäftigung älterer Arbeitnehmer“ deutlich. Konkret geht es dabei um vier Frauen um die 60, die im Sozialen Kaufhaus auf dem Greiwehof von Reholand in Darme beschäftigt sind. Eine „Win-win“-Situation für alle, betonte der Geschäftsführer. Die Beschäftigungsförderung sichere die Arbeitsplätze der vier Mitarbeiterinnen, der Verkauf gebrauchter Waren wie Textilien, Hausrat etc. unterstützte Menschen mit geringem Einkommen, und die Aufarbeitung gebrauchter Werkstoffe sei ein Beitrag zum Umweltschutz. Die Personalkosten belaufen sich auf 84.560 Euro. An Einnahmen stehen 50.700 Euro zu Buche, Eigenmittel von Reholand belaufen sich auf 22.700 Euro. Der Förderanteil der Stadt beträgt 11.050 Euro. Der Ausschuss empfahl einstimmig eine städtische Förderung.

Das galt ebenso für das Projekt „Straffälligenhilfe“. Hier soll durch Qualifizierungsmaßnahmen eine Perspektive für ein späteres sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis geschaffen werden. Den Ausgaben in Höhe von 64.000 Euro stehen Einnahmen und Eigenmittel von 65. 500 Euro gegenüber. Der städtische Anteil umfasst 7.500 Euro. Auch hier votierte der Ausschuss einstimmig für eine entsprechende Förderung.